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Schamott, Cordierit, Biscotto: Welcher Stein im Elektro-Pizzaofen liegt

In elektrischen Pizzaöfen liegen drei Steinarten: Cordierit in den meisten Hochtemperatur-Öfen (Unold Luigi und Enzo, Ooni Volt 2), Schamott in Gastro-Kammeröfen (Beeketal, Royal Catering) und Biscotto aus Sorrent als Zubehör. Cordierit verträgt schnelle Temperaturwechsel, Biscotto gibt die Hitze laut Unold langsamer an den Teig ab und schont so den Boden.

von der Redaktion aktualisiert am 22. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit

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Auf einen Blick

Für den Elektro-Pizzaofen ist Cordierit der Standard: eine überwiegend synthetisch hergestellte, feuerfeste Keramik mit geringer Wärmeausdehnung, die schnelle Temperaturwechsel aushält. Schamott ist gebrannter, feuerfester Ton und typisch für Gastro-Kammeröfen. Biscotto di Sorrento ist ein Tonstein, der laut Unold Wärme langsam abgibt und Feuchtigkeit aufnimmt – gut gegen verbrannte Böden bei sehr hoher Hitze.

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Symbolbild: drei Backsteinplatten in Hellbeige, Rötlich und Hellbraun auf einem Leinentuch
Bild: KI-generiert (OpenAI)

Die Antwort zuerst: Cordierit ist der Standard

Der Stein ist das Herzstück eines elektrischen Pizzaofens. Er speichert die Wärme der Unterhitze und gibt sie an den Teigboden ab. Welches Material darin liegt, steht im Datenblatt – oder eben nicht: Bei vielen Tischöfen heißt es nur „feuerfester Stein“.

Für Hochtemperatur-Öfen hat sich Cordierit durchgesetzt. Schamott findest du vor allem in Gastro-Kammeröfen, Biscotto als Zubehör für Pizza im neapolitanischen Stil. Wie Temperatur und Stein zusammenspielen, erklärt Temperatur im Pizzaofen.

Die drei Materialien im Überblick

MaterialWas es istStärkeSchwächeTypisch in
Cordieritüberwiegend synthetisch hergestellte, feuerfeste Keramikgeringe Wärmeausdehnung, verträgt häufige große TemperaturwechselHersteller nennen selten Dicke und HerkunftUnold Luigi und Enzo, Ooni Volt 2, Cozze 17", Silvercrest SPE 2400 A1
Schamottgebrannter Ton mit 10 bis 45 % Aluminiumoxid, feuerfesthohe Wärmekapazität, eher geringe Wärmeleitungmechanisch wenig belastbarGastro-Kammeröfen (Beeketal, Royal Catering)
Biscotto di Sorrentohandgefertigter Stein aus Ton von der Halbinsel Sorrentgibt Wärme laut Unold langsam ab, nimmt Feuchtigkeit aufdicker (Unold: 2 cm), meist nur als ZubehörErsatzstein für Unold Luigi, Enzo
„feuerfester Stein“ ohne AngabeMaterial vom Hersteller nicht genannt–Eigenschaften nicht prüfbarAriete 909, G3 Ferrari Delizia und Pummarola

Quellen: Wikipedia (Cordierit, Schamotte), Produktseiten von Unold, Ooni, Beeketal, Royal Catering, Ariete und G3 Ferrari sowie Lidl (Silvercrest), abgerufen am 22.10.2026.

Cordierit: der Stein für schnelles Aufheizen

Cordierit ist ein Mineral, das für technische Keramik überwiegend synthetisch hergestellt wird. Laut Wikipedia ist Cordierit-Keramik feuerfest und hat eine geringe Wärmeleitung und -ausdehnung. Eingesetzt wird sie dort, wo Material häufige, große Temperaturwechsel aushalten muss – Wikipedia nennt Hitzeschilde, Brennofen-Isolierungen, Abgaskatalysatoren, Dieselpartikelfilter und ausdrücklich Pizzasteine.

Genau das passt zum Elektro-Pizzaofen: Er heizt in wenigen Minuten von Raumtemperatur auf 400 bis 500 °C, und jede kalte Pizza kühlt die Oberfläche kurz ab. Unold verbaut Cordierit im Luigi (32 × 32 cm) und im Unold Enzo (rund, ca. 33 cm), Ooni im Volt 2 als 1 cm dicken Stein.

Favorit 450 °CAnzeige

Unold

Unold Luigi

Edelstahl-Ofen mit Glastür, getrennter Ober- und Unterhitze bis 450 °C und eckigem Cordierit-Stein 32 × 32 cm.

Warum hier: Er hat einen entnehmbaren Cordierit-Stein mit 32 × 32 cm, und Unold bietet dafür sowohl einen Cordierit-Ersatzstein als auch einen Biscotto-Stein an.

Ideal für: Alle, die in der Küche dünne bis neapolitanisch angehauchte Pizza mit voller Kontrolle über Ober- und Unterhitze backen wollen

Stärken

  • Ober- und Unterhitze getrennt einstellbar, 80–450 °C laut Hersteller
  • Cordierit-Stein 32 × 32 cm, herausnehmbar
  • Programme Napoli, Dünn & Knusprig, New York-Style, Pfannenpizza, Tiefkühlpizza und DIY
  • Doppelt verglaste Tür mit Innenbeleuchtung

Schwächen

  • Backraum nur ca. 9 cm hoch – für Brot und hohe Aufläufe knapp
  • Ältere Datenblätter (2023) nennen 400 °C, die aktuelle Herstellerseite 450 °C
  • Laut Anleitung nur in Innenräumen – nicht für Balkon oder Terrasse
  • Beim Hersteller zeitweise „nicht lieferbar“

Schamott: der Klassiker aus dem Ofenbau

Schamotte ist fachsprachlich ein künstlich hergestelltes, feuerfestes Material mit 10 bis 45 % Aluminiumoxid. Laut Wikipedia wird dafür Ton gebrannt, zerkleinert und mit ungebranntem Ton als Bindemittel neu geformt. Das Material hat eine für Mauerwerk recht hohe Wärmekapazität bei eher niedriger Wärmeleitfähigkeit und wird für Kachelöfen, Kamine und eben Pizzasteine verwendet. Die Schwäche: Schamott ist mechanisch wenig belastbar.

In elektrischen Pizzaöfen steckt Schamott vor allem in den Kammeröfen im Gastro-Stil. Beeketal nennt für den BPO33-1 einen Schamottstein von ca. 40 × 40 cm, Royal Catering einen Schamottboden für Pizzen bis 40 cm. Diese Geräte erreichen laut Anbieter 350 °C und brauchen 35 bis 40 Minuten zum Aufheizen – passend zu einem Stein, der viel Wärme speichert.

Biscotto: weniger Hitze am Boden

Unold beschreibt seinen eckigen Biscotto-Stein für den Luigi als handgefertigt auf der Halbinsel Sorrent aus vulkanischem Ton, 32 × 32 × 2 cm groß. Laut Unold speichert er viel Wärme, überträgt sie aber nur gering an den Teig. Dadurch sinkt das Risiko eines verbrannten Bodens. Die poröse Oberfläche nimmt außerdem überschüssige Feuchtigkeit aus dem Teig auf. Jeder Stein ist laut Unold ein Unikat mit kleinen optischen Abweichungen.

Warum ist das wichtig? Bei Pizza im neapolitanischen Stil kommt viel Hitze von oben. Ist der Boden dabei zu heiß, verbrennt er, bevor der Rand aufgegangen ist. Ein Stein, der die Hitze langsamer abgibt, gleicht das aus. Was du sonst gegen dunkle Böden tun kannst, steht unter Pizzaboden verbrannt. Eine Zahl zur Wärmeleitfähigkeit nennt Unold nicht.

Was „feuerfester Stein“ bei Tischöfen bedeutet

Bei den kleinen Tischöfen nennen die Hersteller kein Material. Ariete spricht beim 909 von einer feuerfesten Steinplatte mit Metallrahmen und transparenter Antihaft-Behandlung, G3 Ferrari bei Delizia und Pummarola von einem feuerfesten Stein mit 31 cm; der Stein der Pummarola ist wendbar. Ob das Cordierit, Schamott oder eine andere Keramik ist, lässt sich aus den Herstellerseiten nicht ablesen. Für die Kaufentscheidung bleiben dort die Werte, die die Hersteller angeben: Temperatur (400 bzw. 420 °C), Regelung und Steindurchmesser. Die Geräte vergleicht Tisch-Pizzaofen elektrisch.

Stein nachrüsten oder tauschen?

Ein Wechsel lohnt sich vor allem, wenn dir der Boden regelmäßig zu dunkel wird. Unold bietet im eigenen Shop vier Steine an: Cordierit eckig für den Luigi, Biscotto eckig für den Luigi, Cordierit rund für den Enzo und Biscotto rund für den Enzo.

Wichtig dabei:

  • Nur Steine des Herstellers für dein Modell. Ein dickerer Stein verkleinert den Abstand zur Oberhitze, ein falsch geformter verträgt sich nicht mit einem Drehantrieb.
  • Backraumhöhe beachten. Bei 7 bis 9 cm Backraum zählt jeder Zentimeter Steindicke.
  • Einstellungen anpassen. Ein Biscotto-Stein reagiert anders als Cordierit; starte mit den Werten aus der Bedienungsanleitung.

Pflege: Wasser und Spülmittel sind tabu

Die Anleitung zum Unold Enzo nennt die Grundregeln, die für fast jeden Pizzastein gelten: Gerät und Stein vollständig abkühlen lassen, Stecker ziehen, den Stein nur mit einem feuchten Tuch ohne Spülmittel abwischen und vollständig trocknen lassen. Der Stein darf nie in Wasser getaucht werden, Spülmittel kann ihn beschädigen. Restfeuchte verdunstet beim nächsten Backen. Wie du hartnäckige Reste entfernst, erklärt Pizzastein reinigen.

Pizzastein im Backofen statt Pizzaofen?

Viele Pizzasteine werden für den normalen Haushaltsbackofen verkauft. Der Stein allein macht aber noch keinen Pizzaofen: Ein Backofen kommt auf 250 bis 300 °C, ein elektrischer Pizzaofen je nach Bauart auf rund 300 bis 500 °C. Wann sich welche Lösung lohnt, vergleicht Backofen oder Pizzaofen. Einen Überblick über alle Bauarten gibt die Startseite.

Fragen & Antworten

Was ist besser: Cordierit oder Schamott?

Für Elektro-Pizzaöfen mit schnellem Aufheizen ist Cordierit meist die bessere Wahl: Die Keramik dehnt sich bei Wärme wenig aus und wird laut Wikipedia gerade dort eingesetzt, wo große, häufige Temperaturwechsel auftreten. Schamott speichert viel Wärme, ist aber mechanisch weniger belastbar. Er steckt vor allem in Gastro-Kammeröfen mit langer Aufheizzeit.

Was ist ein Biscotto-Pizzastein?

Biscotto di Sorrento ist ein Pizzastein aus Ton von der Halbinsel Sorrent. Unold beschreibt seinen Biscotto-Stein als handgefertigt aus vulkanischem Ton, 2 cm dick, mit hoher Wärmespeicherung und geringer Wärmeübertragung. Die poröse Oberfläche nimmt laut Unold Feuchtigkeit aus dem Teig auf. Dadurch verbrennt der Boden bei sehr hoher Hitze seltener.

Kann ich den Stein in meinem Elektro-Pizzaofen gegen Biscotto tauschen?

Nur, wenn der Hersteller einen passenden Stein anbietet. Unold führt Biscotto-Steine für Luigi und Enzo im eigenen Shop. Ein fremder Stein mit anderer Dicke kann den Abstand zur Oberhitze und das Verhalten des Ofens verändern. Nutze deshalb nur Steine, die der Hersteller für dein Modell nennt.

Darf ein Pizzastein mit Spülmittel gereinigt werden?

Nein. Unold schreibt in der Anleitung zum Enzo, dass der Stein nur mit einem feuchten Tuch ohne Spülmittel gereinigt und nie in Wasser getaucht werden darf; Spülmittel kann ihn beschädigen. Lass Gerät und Stein vorher vollständig abkühlen. Restfeuchte verdunstet laut Unold beim nächsten Backen.

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